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Erleuchtung, Glück & Leid - Teil 4 von 5
Emailkorrespondenz zwischen Dr. Friedrich Demolsky und einem spirituell Suchenden

Wir erhalten immer wieder Emails von Besuchern unserer Webseiten, die sich - nach ihren Angaben - auf einem spirituellen Weg befinden und sich betreffend dabei gemachte Einsichten und Erfahrungen austauschen wollen. Einige dieser Anfragen erscheinen mir auch für meine Leserschaft interessant, so dass ich mich entschlossen habe, diese und meine Antworten darauf zu veröffentlichen. Dabei habe ich persönliche Angaben zur Person des Anfragenden ausgeklammert, um die gebotene Anonymität zu wahren. Mögen meine Leser aus diesen teils völlig unterschiedlichen, teils hyperbolischen Perspektiven ihre eigenen Einsichten in die Essenz dieser Realität gewinnen, oder sich zumindest über die eine oder andere der hier veröffentlichten "spirituellen Weisheiten" kräftig amüsieren.

Reflexionen über Glück & Leid

Email des Anfragenden vom 6.6.2012:

Sie sagten: „SICH UNBEGRENZT WOHL ZU FÜHLEN, IST IN DIESEM LEBENSFORMAT, IN DIESER EXISTENZ NICHT MÖGLICH. WIR KÖNNEN UNS AUCH NOCH SO SEHR DARUM BEMÜHEN UND DIESE GLÜCKSELIGKEIT ODER ZUFRIEDENHEIT ERREICHEN, ABER WIR FALLEN IMMER WIEDER AUS DIESEM ZUSTAND HERAUS UND TRETEN IN EINEN LEIDVOLLEN ZUSTAND EIN (UNFÄLLE, KRANKHEIT, VERLUSTE etc.) DIESE FÄHIGKEIT HABEN WIR IN DIESEM LEBENSFORMAT MIT SICHERHEIT NICHT, DENN SONST HÄTTE SICH DIESE DISKUSSION ERÜBRIGT.“

*Könnte Sie etwas näher erläutern, wie sie zu der Sicherheit gelangen, dass unsere Seele nicht einmal theoretisch die Möglichkeit hätte, sich „IN DIESER EXISTENZ“ „UNBEGRENZT WOHL ZU FÜHLEN“?

Wir beobachten zwar, dass wir Menschen nicht unbegrenzt glücklich sind, doch weswegen oder wodurch stellen Sie hier die Verbindung her zwischen dem: „AKT DES INKARNIERT SEINS“ und dem: „NICHT UNBEGRENZT GLÜCKLICH SEIN KÖNNENS“?

Wenn ich hier nichts übersehe, hat das eine logisch absolut nichts mit dem anderen zu tun! Meiner Auffassung nach geht es, wie schon gesagt, im Leben und Sein nicht darum, permanent Glücksempfindungen zu haben, sondern darum langfristig daran zu „arbeiten“ die Fähigkeit zu erlangen, sich immer glücklicher zu fühlen. Darum und nur darum erleben wir im inkarnierten Zustand Leid, weil wir es uns selbst (zum Zwecke der Weiterentwicklung unserer Wohlfühlfähigkeit) aufbürden.

Auch wenn dies den Lehren Ihrer Religion widerspricht, hat meines Erachtens die Gegebenheit, dass wir Leid erleben und nicht uneingeschränkt glücklich sind, nicht zwingend etwas mit dem „Phänomen des Inkarniertseins“ zu tun!

Zwar sehen wir, dass in unserer Realität die meisten Menschen immer wieder Leid erleben, das hat meines Erachtens aber den Grund darin, dass unsere Realität eben ein Ort ist, an dem wir uns unter anderem durch Leid weiterentwickeln WOLLEN.

Es könnte aber genauso Planeten geben, wo Menschen (bzw. Seelen) inkarniert sind und nicht leiden. Reine Spekulation, werden sie jetzt sagen, genauso unbeweisbar aber auch Ihre These, dass dem Bewusstsein das Leid ausgerechnet im inkarnierten Zustand innewohnend sein muss.

Ich bin mit einer Reihe an Menschen in Kontakt, die genau den Prozess durchmachen, den ich beschrieben habe, nämlich sich in immer größeren Umfang wohl zu fühlen.

Selbst an mir kann ich den Trend beobachten, dass die Intervalle, in denen ich nicht leide und mich gut fühle, immer länger werden – und genau das meine ich mit Glücklichsein!

Weiters sagen Sie:

„ICH WÜNSCHE UND GÖNNE IHNEN JA DIESE DAUERHAFTEN GLÜCKSEMPFINDUNGEN VON GANZEM HERZEN, N.N., DOCH HALTE ICH DEREN DAUERHAFTIGKEIT FÜR EINE ILLUSION. WIE SOLL DENN EIN ALTER MENSCH, EIN KREBSKRANKER, EIN MENSCH, DER GERADE EINEN LIEBEN MENSCHEN VERLOREN HAT, IN SOLCHEN SITUATIONEN IN GLÜCKSEMPFINDUNGEN SCHWELGEN KÖNNEN??? VERZEIHEN SIE MIR, ABER DAS IST WUNSCHDENKEN UND IST KEINESWEGS VON DER ALLGEMEINEN LEBENSERFAHRUNG ERFASST.“

Nun es scheint, als würden wir hier etwas aneinander vorbeireden.

Vielleicht können Sie durch folgende Beschreibung meine Position verstehen:

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Ich leugne nicht, dass z.B. ein Krebskranker, ein Trauernder oder ein Mensch mit Altersbeschwerden Leid erträgt! Das verdränge ich keineswegs!

Meine Überzeugung ist die, dass unsere Seelen dieses Leid WILLENTLICH eingehen, um sich durch dies Erfahrungen weiterzuentwickeln. Dass wir dieses Leid also immer nur dann erleben, wenn wir uns SELBST zu diesen schwierigen Entwicklungsschritten entscheiden. Und das tun wir deswegen, weil das Durchwandern des Leids für bestimmte Entwicklungsschritte (die WIR SELBST machen WOLLEN) notwendig ist.

Die Seele hätte aber immer die Möglichkeit, sich für eine begrenzte Phase des Daseins ohne Leid zu entscheiden! Was denken Sie denn, in welchen Zustand die Seele nach der Inkarnation geht?

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Wie stellen sie sich denn das Dasein der Seele im Jenseits vor? Also dort, wo wir nach der Inkarnation sind?

Meines Erachtens ist dort ein Zustand, ähnlich wie er vom Christentum als Paradies beschrieben wird. Ein Ort, wo eben nur Glück und kein Leid herrscht.

Noch ein drittes Mal:

Meine Überzeugung ist die, dass die Seele ewig zwischen Zuständen der paradiesischen Glückszustände und solche Zuständen, in denen Sie sich durch Leid weiterentwickelt, Hin und Her wechselt.

Aber wann sie sich für die leidvollen Weiterentwicklung entscheidet und wann für reines Wohlfühlen, liegt ganz bei der Entscheidung der Seele selbst.

Das impliziert natürlich, dass wir bis in alle Ewigkeit Leid ertragen müssen (weil wir es zwecks Weiterentwicklung ertragen wollen), aber eben auch bis in alle Ewigkeit IMMER die Option haben, uns fürs Glücklichsein zu entscheiden, und diese auch nach beschwerlichen Inkarnationen wählen.

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Eine Frage, die nun bei Ihnen aufkommen wird, ist die: „Warum sollte sich eine Seele freiwillig für das Leiden entscheiden, wenn sie theoretisch genauso leidlos und glücklich sein könnte?“

Meine Antwort: Eben durch das Erleben von Leid entwickelt die Seele erst die Fähigkeit, ihr von innen herauskommendes Wohlfühlen immer intensiver zu spüren und zu erleben. Das ist der Grund, weswegen wir uns für Leid entscheiden: WEIL WIR NACH DEM DURCHLEBEN DES LEIDS, INTENSIVER DAZU IN DER LAGE SIND, UNS GLÜCKLICH ZU FÜHLEN, ALS WIR ES VOR DEM DURCHLEBEN DES LEIDS WAREN.

Da die Seele ewig danach strebt, sich weiterzuentwickeln, haben Sie insofern Recht, als dass wir auch immer Leid erleben werden.

Ich hoffe, dass Ihnen nun meine Position verständlich ist, und möchte mit den anderen Fragen noch warten, bis wir diese Missverständnisse ausgeräumt haben.

PS: Mir ist bewusst, dass ich meine Auffassung der Wirklichkeit (genauso wie Sie letztes Mal) hier in Form von Behauptungen aufgestellt habe. Es ist aber nicht der Fall, dass - wie Sie in Ihrer letzen Mail meinten - meine Überzeugungen bloße, aus der Luft gegriffene Wunschvorstellungen wären. Durch welche Beobachtungen und Schlussfolgerungen ich zu meinen Überzeugungen gelange, werde ich demnächst darlegen".

Meine Antwort darauf vom 7.6.2012

"Lieber N.N.,

Danke für die zusätzlichen Infos betreffend Ihre Person sowie für Ihre sonstigen interessanten Ausführungen, über die ich in der Zwischenzeit tiefer nachgedacht und sie dabei in Kontext unserer bisherigen Diskussion gestellt habe. Überdies habe ich mich in Bezug auf bestehende, einschlägigen philosophische Anschauungen, Aussagen und Überlieferungen zum Thema Glück, Glückseligkeit, Streben nach Glück und Zufriedenheit in der mir zur Verfügung stehenden Literatur umgesehen. Danach bin ich zur Auffassung gelangt, dass unsere Diskussion insofern nicht zielführend und daher unbefriedigend bleiben muss, als es sich bei all diesen Begriffen um sehr komplexe und vieldeutige handelt, die je nach der von uns angelegten subjektiven Perspektive eine völlig andere Bedeutung und Wertigkeit gewinnen. Dabei können die von uns angelegten Perspektiven - dh unsere subjektiven Glaubensanschauungen allein betreffend die og Begriffe entweder richtig oder falsch sein, aber unsere diesbezüglichen Glaubensanschauungen tragen nichts, rein gar nichts zur Klärung unseres Bewusstseins betreffend die Hauptfragen im Hinblick auf unser kompliziertes Thema bei. Wir dürfen daher auch nicht im mindesten damit rechnen, dass wir bei unserer Diskussion zu abschließenden, für beide Teile befriedigenden und akzeptablen Resultaten kommen könnten.

Warum nicht? Ich will versuchen, Ihnen das anhand einiger Beispiele aufzuzeigen, die ich der Literatur entnommen habe, indem ich diesen Ausführungen meine darauf basierenden persönlichen Schlussfolgerungen zugrunde lege:

Abklärung der Bedeutung:

1. Glück

Als Erfüllung menschlichen Wünschens und Strebens ist Glück ein sehr vielschichtiger Begriff, der Empfindungen vom momentanen Glücksgefühl bis zu anhaltender Glückseligkeit einschließt, aber auch als ein äußeres Geschehen begegnen kann, z. B. als glücklicher Zufall oder als eine zu Lebensglück verhelfende Schicksalswende.

Das Streben nach Glück hat als originäres individuelles Freiheitsrecht Eingang gefunden in das Gründungsdokument der ersten neuzeitlichen Demokratie, in die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten. Dort wird es als "Pursuit of Happiness" bezeichnet. Die Förderung individuellen menschlichen Glücksstrebens ist heute Gegenstand spezifischer Forschung und Beratung unter neurobiologischen, medizinischen, soziologischen, philosophischen und psychotherapeutischen Gesichtspunkten. Insgesamt sind politische Freiheit, soziale Netzwerke und die Abwesenheit von Korruption zentral dafür, das Menschen glücklich sind.

Das Wort „Glück“ kommt von mittelniederdeutsch gelucke (ab 12. Jahrhundert) bzw. mittelhochdeutsch gelücke. Es bedeutete „Art, wie etwas endet/gut ausgeht“. Glück war demnach der günstige Ausgang eines Ereignisses. Voraussetzung für den „Beglückten“ waren weder ein bestimmtes Talent, noch auch nur eigenes Zutun. Dagegen behauptet der Volksmund eine mindestens anteilige Verantwortung des Einzelnen für die Erlangung von Lebensglück in dem Ausspruch: „Jeder ist seines Glückes Schmied“. Die Fähigkeit zum Glücklichsein hängt in diesem Sinne außer von äußeren Umständen auch von individuellen Einstellungen und von der Selbstbejahung in einer gegebenen Situation ab.

2. Zufriedenheit

Zufriedenheit bedeutet gemäß dem Bedeutungswörterbuch des Duden: a) innerlich ausgeglichen zu sein und nichts anderes zu verlangen, als man hat; b) mit den gegebenen Verhältnissen, Leistungen o. ä. einverstanden zu sein, nichts auszusetzen zu haben. Adjektivisch ist man zufrieden (etwa mit sich und der Welt).

Die gesteigerte Zufriedenheit mit sich, wenn man einer (etwa sittlichen) Pflicht unter Opfern genüge getan hat, ist die Genugtuung. Sie muss sich nicht nach außen zu erkennen geben, anders als der Stolz. Erscheint der Stolz auf sich allzu billig, wird er als Selbstzufriedenheit kritisiert.

Antonym zu Zufriedenheit ist Unzufriedenheit.

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Philosophie spielte bereits in der griechischen Antike die Rolle eines Wegweisers zur Lebenskunst, die ihrerseits als Grundlage eines beglückenden Daseins fungiert. Dabei sind die Ratschläge der Alten zur Lebenskunst noch immer beachtenswert, weil auf diesem Feld – anders als in den modernen Wissenschaften – nicht die immer neuen Entdeckungen und Erfindungen dominieren: „Die zwei entscheidenden Faktoren, die Herausforderungen des Lebens und die glückstauglichen Antworten, sind wegen ihres Zusammenhangs mit der Conditio humana in ihrem Kern kultur- und epochenunabhängig.“

Antike Philosophien zu Glücksbegriff:

Was den antiken Glücksbegriff vom modernen tendenziell unterscheidet, liegt in dem Bemühen der frühen Philosophen, objektive Glücksmaßstäbe zu entwickeln (d. h. äußere Güter oder innere Haltungen des Menschen), aus deren Erfüllung das Lebensglück abzuleiten war („Erfüllungsglück“), während die moderne Auffassung eher von subjektiven, episodischen Eigenbewertungen der Individuen ausgeht („Empfindungsglück“): „Die enorme Bedeutung der modernen Subjektivierung des Glücks wird etwa im politischen Liberalismus erkennbar. Zentrale Merkmale der liberalen Demokratie sind ja ihre Offenheit gegenüber unterschiedlichen Auffassungen vom guten Leben und ihre prinzipielle Neutralität gegenüber divergierenden Glücksvorstellungen.“

Solon & Kroisos & Tellos - Paradox des Solon

Charakteristische Merkmale antiker Glücksvorstellungen sind bereits im Vorfeld der klassischen griechischen Philosophie anzutreffen. Bekanntes Beispiel ist der Besuch des athenischen Staatsmannes Solon, eines der Sieben Weisen, beim Lyderkönig Kroisos, der sich von dem Gast bestätigen lassen möchte, er sei der glücklichste Mensch auf der Erde. Solon aber bezeichnet den Athener Tellos als den Glücklichsten, weil er in einem blühenden Gemeinwesen gelebt, tapfere Söhne, gesunde Enkel, ein gutes Vermögen und einen ehrenvollen Tod als Soldat gehabt habe. "Vor dem Tode", so bescheidet er Kroisos, "dürfe sich niemand glücklich preisen". Die Auskunft ist auch als „Paradox des Solon“ bekannt; denn nach dem Tode ist keine Stellungnahme mehr möglich, sodass zu keinem Zeitpunkt des Lebens jemand überhaupt von sich sagen dürfte (oder jemand anderer von einem), er sei glücklich.

Philosophenschulen und Eudaimonie

Dass nur der dauerhafte Lebenserfolg Glück zu begründen geeignet ist, wurde von der antiken Philosophie aufgenommen und weitgehend nach innen gewendet. Als glücklich im Sinne der Eudaimonie wurde danach angesehen, wer einen guten Daimon hatte, der ihn zur tugendhaften Lebensführung anleitete. Die Unterschiede der antiken Philosophenschulen beruhten in der Folge hauptsächlich auf je eigenen Vorstellungen darüber, welche Art der Lebensführung letztlich zu einem wohlgeratenen und preisenswerten Dasein im Sinne der Eudaimonie führte.

Sokrates

Für Sokrates stellte die Eudaimonie nicht ein Privileg der Begüterten, Vornehmen und von den Göttern Begünstigten dar, sondern ein für alle erreichbares Ziel, das durch vernunftgegründete, tugendhafte Lebensführung anzustreben ist. Angesichts des gegen ihn wegen Gottlosigkeit und Verführung der Jugend geführten und mit seinem Todesurteil endenden Prozesses hat Sokrates betont, man tue im Sinne des eigenen Seelenglücks notfalls besser daran, Unrecht zu erleiden als Unrecht zu tun. Die mögliche Flucht aus dem Gefängnis lehnte er Freunden gegenüber deshalb ab. Nicht nur mit dieser deutlich moralisch akzentuierten Wendung des Glücksbegriffs hat Sokrates die ihm nachfolgenden Philosophengenerationen beeindruckt; auch sein einfacher Lebensstil und seine mitunter staunenswerte Körperbeherrschung wirkten beispielhaft fort.

Platon

Platons Glücksbegriff war dem seines Lehrers Sokrates eng verwandt. Eudaimonie gründet nach seiner Lesart in einer Lebensführung, die der Gerechtigkeit verpflichtet ist. Gerechtigkeit erschließt sich dem Philosophen in der Betrachtung und Nachahmung der Ideenordnung, der das Wohlgeordnete und Gleichbleibende und – als Erfüllung des menschlichen Strebens – das Gute innewohnen. Zu den „Inseln der Seligen“ gelange nach seinem Tod, wer sein Leben gerecht und heilig geführt habe. Platon lehrte das Fortbestehen der Seelen nach dem Tode, gerechter wie ungerechter, und ihre Belohnung oder Bestrafung je nach Art der Lebensführung.

Aristoteles

Im Rahmen der Nikomachischen Ethik hat Aristoteles den Glücksbegriff seinerseits eingehend untersucht und seiner umfänglichen Abhandlung vorausgeschickt, dass man sich dabei „mit demjenigen Grade von Bestimmtheit begnügen müsse, der dem gegebenen Stoffe entspricht.“ Im Ergebnis präsentiert er ein abgestuftes Glücksmodell, das sich aus mehreren Komponenten zusammensetzt. Als höchstes und sich selbst genügendes Ziel sei die Glückseligkeit allen anderen menschlichen Strebungen wie Ehre, Lust und Vernunft vorgeordnet. Gebunden sei die Eudaimonie an eine Tätigkeit, andernfalls sie ja auch im Schlaf oder in der Art des Pflanzenlebens erlangt werden könnte; und wie die Glückseligkeit müsse auch die zugehörige Tätigkeit sich selbst genügen. Diese Voraussetzung sieht Aristoteles für geistige Betrachtungen als erfüllt an: „Der Geist nämlich ist das Beste in uns, und die Objekte des Geistes sind wieder die besten im ganzen Bereich der Erkenntnis. Sodann ist sie die anhaltendste. Anhaltend denken können wir leichter als irgend etwas anderes anhaltend tun. Ferner glauben wir, dass der Glückseligkeit Lust beigemischt sein muss. Nun ist aber unter allen tugendgemäßen Tätigkeiten die der Weisheit zugewandte eingestandermaßen die genussreichste. Und in der Tat bietet die Philosophie Genüsse von wunderbarer Reinheit und Beständigkeit…“

Für die glücksträchtige Betätigung in theoretischen Studien bedürfe es vor allem der Muße, die aber nicht auf den ansonsten bedeutsamen Betätigungsfeldern des Krieges und der Politik zu erlangen sei. In zweiter Linie wichtig für die Eudaimonie seien Tätigkeiten, die von Tugenden wie Gerechtigkeit und Tapferkeit bestimmt sind; Politik und Kriegseinsatz stellen dafür denn doch wichtige Anwendungsbereiche dar. Und schließlich braucht ein Glückseliger nach Aristoteles auch gute äußere Lebensbedingungen (Gesundheit, Nahrung, sonstigen Bedarf), und zwar wie alles sonst im rechten Maß, aber nicht im Überfluss.

Die Zeit nach Aristoteles (Alexander der Große, Kynetiker & Diogenes von Sinope)

In der auf Aristoteles und das großräumige Wirken seines Schülers Alexanders des Großen folgenden Epoche des Hellenismus nahm das philosophisch begründete Glücksstreben verstärkt asketische Züge an, modellhaft-radikal vorgeführt von den Kynikern und ihrem prominenten Vertreter Diogenes von Sinope, der einem materiell so bedürfnisarmen Glück frönte, dass er dem ihn aufsuchenden und nach seinen Wünschen sich erkundigenden Alexander zur Antwort gab: „Geh mir ein wenig aus der Sonne.“ Trotz oder wegen des Affronts stark beeindruckt, soll Alexander im Weggehen angesichts der Belustigung seiner Begleiter ausgerufen haben: „Wahrlich! Wenn ich nicht Alexander wäre, so möchte ich wohl Diogenes sein.“

Pyrrhon von Elis

Ein Teilnehmer des Alexanderzuges nach Indien, Pyrrhon von Elis, begründete nach seiner Rückkehr mit der Skepsis ebenfalls eine originelle philosophische Strömung des Verzichts, in diesem Fall des Verzichts auf sichere Erkenntnis. Eudaimonistisches Leitbild für ihn und seine Anhänger war ein entspanntes, erschütterungsfrei zu führendes Leben. Die Pyrrhoneer verschrieben sich daher der Ataraxie („Unerregtheit“) und sahen den Weg zum Glück darin, „meinungslos“ zu bleiben, sich also jeglichen Urteils zu enthalten.

Antisthenes, Epikur, Aristippos von Kyrene

Wie die Kyniker in dem Sokrates-Schüler Antisthenes ihren Vordenker hatten, so konnten Epikur und seine Anhänger an die Lehre des Sokratesschülers Aristippos von Kyrene anknüpfen. Ihm zufolge sind die individuellen Sinnesempfindungen Maßstab des Guten, und eine darauf abgestimmte Lustmaximierung verspricht ein Höchstmaß an Glück. Epikur fügte dieser bei Aristippos mit genussreichem Wohlleben verbundenen Lehre u. a. eine ausgeprägte asketische Komponente hinzu, sodass der gefestigte epikureische Weise schließlich weder Schmerzen noch den Tod oder die Götter zu fürchten hat und gerade wegen gezielt maßvoller Bedürfnisbefriedigung (und Unlustvermeidung) das Glück eines dauerhaften, maximalen Lustgewinns erreicht. Den Tod vor Augen, hat Epikur die eigene Lehre, die mit hoher Wertschätzung von Freundschaftsbeziehungen einhergeht, in seinem Abschiedsbrief an Idomeneus folgendermaßen beglaubigt: „Den seligen und zugleich letzten Tag meines Lebens verbringend, schreibe ich euch diese Zeilen. Ich werde von Harn- und Ruhrbeschwerden verfolgt, die keine Steigerung der Größe mehr zulassen. All dem aber steht gegenüber die Freude der Seele über die Erinnerung an die von uns geführten Gespräche.“

Stoiker & Zenon von Kition, Seneca

Etwa zeitgleich mit den Epikureern entstand um Zenon von Kition mit der Stoa eine weitere Philosophenschule mit eigenem Glücksleitbild und nachhaltiger Ausstrahlung in Athen. Für Stoiker ist es vor allem der Gebrauch der mit der Ordnung des Kosmos harmonierenden menschlichen Vernunft, der ihnen das Glück des Seelenfriedens verschaffen kann. Dabei gilt es vorrangig, die Kontrolle über die eigenen Affekte zu erlangen sowie unterscheiden zu lernen zwischen den Dingen, auf die sich die eigene Gestaltungsfähigkeit und Verantwortung erstreckt – Leitvorstellungen, Urteilsbildung, tätiges Streben –, und solchen als sittlich gleichgültig anzusehenden Dingen (Adiaphora), über die zu verfügen nicht in der eigenen Hand liegt, wie z. B. Körpergestalt, Besitz oder Ansehen. Eine scheinbar ganz einfache stoische Glücksformel stammt von Seneca: „Wer die Einsicht besitzt, ist auch maßvoll; wer maßvoll ist, auch gleichmütig; wer gleichmütig ist, lässt sich nicht aus der Ruhe bringen; wer sich nicht aus der Ruhe bringen lässt, ist ohne Kummer; wer ohne Kummer ist, ist glücklich: also ist der Einsichtige glücklich, und die Einsicht reicht aus für ein glückliches Leben!“

Marc Aurel

Anders als die Eudaimonie der Aristoteliker oder der Epikureer zielte die stoische aber weniger auf ein von Betrachtungen in Muße erfülltes Dasein bzw. auf ein Leben hauptsächlich unter gleichgesinnten Freunden. Stoiker wussten sich dem Gemeinwesen verpflichtet und nahmen daran als Kosmopoliten Anteil. Als letzter in der Reihe bedeutender stoischer Philosophen hat Kaiser Mark Aurel bezeugt: „Meine Natur aber ist eine vernünftige und für das Gemeinwesen bestimmte; meine Stadt und mein Vaterland aber ist, insofern ich Antonin heiße, Rom, insofern ich ein Mensch bin, die Welt. Nur das also, was diesen Staaten frommt, ist für mich ein Gut.“

Stoa & Neuplatonismus & Christentum, Plotin, Augustinus

Stoa und Neuplatonismus markieren den Ausgang der antiken Philosophie des Seelenglücks. In mancher Hinsicht waren sie aber auch für die nachfolgend dominierende christliche Daseinsorientierung im europäischen Mittelalter wegweisend. Plotin sah den Menschen in der Spannung zwischen sinnlich-körperlicher und seelisch-geistiger Realität existieren. Als höchstes eudaimonistisches Strebensgut jenseits der lebensweltlichen Wirklichkeit bestimmte er das metaphysische Eine, zu dem es geistig aufzusteigen und zugleich zurückzukehren gelte. „Unter dem Aufstieg des Menschen ist dann folgerichtig dessen ‚Geistwerdung’ zu verstehen, also der schrittweise Übergang zu einer theoretischen Existenzform verbunden mit einer moralisch-asketischen Lebensführung.“

Kirchenvater Augustinus sah menschliches Glücksstreben seinerseits ganz ähnlich darauf gerichtet, zu Gott zurückzukehren. Glück war für ihn das, worin alles Handeln und Begehren zum Stillstand kommt. Erst die Unveränderlichkeit Gottes ermöglicht demnach dauerhaftes menschliches Glück. „Das neuplatonische Motiv des Gott-Habens oder Gott-Genießens erlangt bei ihm eine bleibende und für die spätere christlich-metaphysische Tradition zentrale Bedeutung.“

Neuzeitliche Glückskonzepte, Größtes Glück für größte Zahl, Aufklärung

Die philosophische Auseinandersetzung mit Bedeutung und Bedingungen menschlichen Glücks bleibt auch in der Neuzeit vielfältig rückgekoppelt an die antiken Glückshorizonte. Eine Blütezeit philosophischer Auseinandersetzung über das menschliche Streben nach Glück bildete das Zeitalter der Aufklärung. Wichtige Anregungen und Weichenstellungen sind von zwei stark kontrastierenden Konzepten ausgegangen, die zeitlich parallel zum Entstehungsprozess der Vereinigten Staaten von Amerika am Vorabend der Französischen Revolution entwickelt wurden:

Utilitarismus, Bentham & Kant & Mill

Der von Jeremy Bentham begründete Utilitarismus mit Anklängen an die Lustlehren des Antisthenes und Epikurs sowie die an stoische Vernunftsteuerung erinnernde, kosmopolitisch grundierte Pflichtethik Immanuel Kants. Beiden Ansätzen gemeinsam ist, dass sie nicht vorrangig auf individuelles Seelenheil zielen, sondern auf gesamt-gesellschaftliche Wohlfahrt.

Bentham brachte dies zunächst auf die Formel vom „größten Glück der größten Zahl“, dem zum allgemeinen Nutzen vor allem in Fragen der Gesetzgebung wichtige Bedeutung zukäme. Im Rahmen eines „hedonistischen Kalküls“ galt es zu ermitteln, wie sich die mit bestimmten Maßnahmen einhergehende Lust-Schmerz-Folgerelation zugunsten der erwünschten Seite optimieren ließe, wobei Intensität, Dauer, Wahrscheinlichkeit und zeitliche Nähe des Eintretens für beide Messgrößen taxiert werden sollten. Für den Liberalismus als politische wie als wirtschaftliche Ordnungslehre stellt der von John Stuart Mill weiterentwickelte Utilitarismus eine wesentliche Grundlage dar. Mill stellte heraus, dass es auch andere als hedonistische Formen von Lust bzw. Glück gibt, und sah den Utilitarismus nicht im Gegensatz zu wissenschaftlicher, künstlerischer und humanitärer Tätigkeit. Bekannt ist Mills Satz:
„Es ist besser ein unzufriedener Mensch zu sein als ein zufriedenes Schwein; besser ein unzufriedener Sokrates als ein zufriedener Narr.“

Kant dagegen mochte auf eine so schwierig bestimmbare und schwankende Bezugsgröße wie das menschliche Glücksempfinden ethische Normen nicht gründen. Sein handlungsleitender Maßstab zur Gestaltung des gesellschaftlichen Lebens, der kategorische Imperativ, ist ein aufklärerisch-rationales Prinzip, das jedermann zur Rücksichtnahme auf die Belange von Mitbürgern und Gemeinwesen anhält, ohne dass eine Glückserwartung sich daraus unmittelbar ableiten ließe: „Daher ist auch die Moral nicht eigentlich die Lehre, wie wir uns glücklich machen, sondern wie wir der Glückseligkeit würdig werden sollen. Nur dann, wenn Religion dazu kommt, tritt auch die Hoffnung ein, der Glückseligkeit dereinst in dem Maße teilhaftig zu werden, als wir darauf bedacht gewesen, ihrer nicht unwürdig zu sein.“

Thomä, Scheler, Fichte, Hegel, Schopenhauer, Nietzsche

Dieter Thomä thematisiert im Anschluss an Max Scheler geradezu eine Glücksfeindlichkeit der kantischen und nachkantischen deutschen Philosophie sowohl bei Fichte und Hegel (dem wohl jedenfalls „die Weltgeschichte nicht der Boden des Glückes“ war) als auch bei Schopenhauer (der das Glücksstreben der Menschen für ihren angeborenen Irrtum hielt) und Nietzsche („Trachte ich denn nach dem Glücke? Ich trachte nach meinem Werke!“).

Andererseits birgt die Dualität von Selbsterhaltung und Selbstbestimmung, die Thomä als Grundelemente modernen Glücksstrebens auf utilitaristischer Basis und als Grundpfeiler im Denken der amerikanischen Gründerväter der Vereinigten Staaten ansieht, für ihn die Gefahr einer teilweisen Überforderung der Individuen als Bürger und tätige Förderer des eigenen Glücks. Er plädiert für einen entspannteren Umgang mit der Glücksfrage zur Ausschöpfung der Glückspotenziale: „Das moderne Konzept selbstbestimmten Lebens hadert mit dem glücklichen Lebensvollzug, dem glücklichen Eingelassensein in das Leben, und so gleitet ihm das Glück durch die Finger. Diejenigen, die ihm dann um so hartnäckiger nachjagen, bemerken nicht, dass sie es nur weiter vor sich her und von sich weg treiben. Wenn man sich statt dessen in die Unverfügbarkeit des Glücks findet, so heißt dies auch, dass man die Tatsache dieser Unverfügbarkeit selbst zu genießen bereit ist. Sie gehört geradewegs zum Glücke selbst. Das Glück hängt an dem Selbst, das sich dessen erfreut und damit im reinen ist, sich nicht vollends im Griff zu haben.“

Das Fazit von Thomäs Versuch einer philosophischen Rehabilitation des Glücks in der Moderne lautet: „Am Ende ist es die Selbstliebe, bei der die Suche nach einem Weg zwischen traditionalistischen und autonomistischen Verzeichnungen des menschlichen Selbst fündig wird.“

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Diese von mir der einschlägigen Literatur entnommenen Beispiele sollten für meine weiteren Ausführungen zu diesem schwierigen Thema genügen.

Ich schätze, Sie konnten diesen Betrachtungen des Glücks und des Strebens danach seitens der hellsten Geister ohne größere Schwierigkeiten folgen.

Allein die hier bloß beispielhaft der Literatur entnommenen Betrachtungen stellen ganz unterschiedliche Positionen und Glaubensanschauungen dar, die mir persönlich als modernen, aufgeklärten Menschen teilweise artifiziell, teils nicht realistisch und teils sogar als fehlerhaft erscheinen.

Aber was würden denn passieren, wenn ich mich angesichts dieses Material und dieser divergierenden Anschauungen betreffend den Glückshorizont darauf einließe, IHRE EIGENEN SUBJEKTIVEN GLAUBENSANSCHAUUNGEN ZU HINTERFRAGEN ODER IN DER VON IHNEN ERWARTETEN TIEFE ZU DISKUTIEREN? WÄREN SIE DANN WIRKLICH BEREIT BZW. IN DER LAGE, DEN ERFORDERLICHEN KONZEPTIONELLEN GEISTIGEN AKROPATENAKT ZU MACHEN, UM ZU ERKENNEN, DASS AUCH IHRE PERSÖNLICHEN UND PERSÖNLICH LIEB GEWORDENEN KONZEPTIONEN UNSER THEMA BETREFFEND BLOSS SUBJEKTIVE, ARTIFIZIELLE GEDANKLICHE BILDER ODER IN IHREM GEISTE GESTALT ANGENOMMENE IDEEN SIND, DENEN KEINE REALITÄT ZUGRUNDE LIEGT?

KÖNNEN SIE SICH ÜBERHAUPT VORSTELLEN, DASS AUCH IHRE PERSÖNLICHEN UND SUBJEKTIVEN KONZEPTE BETREFFEND GLÜCK, STREBEN NACH GLÜCK, ZUFRIEDENHEIT, LEBEN NACH DEM TODE, WESEN DER SEELE UND ALLE ANDEREN METAPHYSISCHEN (und andere) BETRACHTUNGEN NUR DESHALB FÜR SIE DEN ANSCHEIN HABEN, REAL ZU SEIN, WEIL MAN IHNEN SEIT IHRER FRÜHEN KINDHEIT UND IM LAUFE IHRES HERANWACHSENS GRÜNDLICH EINGEBLÄUT HAT, DIE DINGE AUF DIESE WEISE ZU BETRACHTEN?

O.K. Hier ist ein Beispiel, was damit gemeint ist:

Glauben Sie an Gott? Der christliche Gott ist eine Fortentwicklung Jawehs, einer lokalen Gottheit der Hebräer in längst vergangenen Tagen. Diese glaubten damals an Jaweh so wie deren benachbarten Stämme an deren eigene Gottheiten glaubten, mit dem vielleicht vernachlässigbaren Unterschied, dass Baal und andere Gottheiten geschnitzte oder gemeißelte Idole waren, während Jaweh ein Konzept darstellte. Es gab aber nicht wirklich große Unterschiedlichkeiten.

Im Laufe der Zeit wurden die Charakteristika dieses Gottes (Jaweh) geformt, was in etwa 1000 v.Chr. begann, wobei dessen Eigenschaften immer mehr jene eines zornigen und rachdürstigen Gottes annahmen, der zum Beistand gegen Feinde angerufen wurde, bis schließlich 1000 Jahre später Jesus von Nazareth die Bühne betrat, und als liebender und vergebender 'Sohn des himmlischen Gottes' verehrt wurde. Der Gott selbst änderte sich dabei aber NICHT, zumal ein solches Wesen außerhalb der lebhaften Vorstellungen und Imaginationen der Hebräer NIEMALS existiert hat. Nur das geistige Image von einem solchen Gott HAT BEI DEN HEBRÄERN TATSÄCHLICH EXISTIERT.

Natürlich hat sich in den seit dem  vergangenen Millennien die damals bloß angenommene Natur bzw das Wesen dieses Gottes (Jaweh) verändert, verfeinert und entwickelt, so dass dieses den Anforderungen der Priesterkaste und der Mentalität der von ihr kontrollierten Gläubigen gerecht wurde.

Wenn Sie demnach an die Existenz eines Gottes glauben, dann mag es den Anschein für Sie haben, dass dieser tatsächlich existiert und daher der Realität zugehört. Aber schauen wir uns das nun näher an, um an diesem Beispiel die Wertlosigkeit unserer Diskussion darzutun.

Also, was ist denn das Wesen dieses Gottes? Wo ist dieser? Ist dieser eine körperliche Entität? Existiert dieser etwa aufgelöst in irgendeinem Milieu oder in irgend einer Umwelt irgendwo da draußen? Macht dieser Gott die Ereignisse, die in Ihr Leben treten, oder jene die sich in dieser Welt ereignen, oder jene im Universum? Wie macht er denn das, und vor allem warum macht er das? Braucht dieser Gott Energie von irgend einer Quelle, um dieser Realität hervor zu bringen? Woher kommt diese Energie? Verändert dieser Gott sein Wesen im Laufe der Zeit?

Sehen Sie, N.N.! Wenn Sie stark genug an einen Gott glauben, dann haben Sie auf die von mir aufgeworfenen Fragen auch irgend eine Antwort parat, und zwar unabhängig davon, ob diese Antwort der beobachtbaren Wirklichkeit entnommen wurde. Wenn Ihr Geist durch die Fragestellung verwirrt wird, werden Sie einfach den Gegenstand der Frage vermeiden, die Realität ignorieren UND DENNOCH IHRE PERSÖNLICHE GLAUBENSANSCHAUUNG AUFRECHT ERHALTEN.

Das, was ich hier über den Gott der Hebräer (und damit über alle Götter) gesagt habe, gilt - wie Sie durch die einleitend gegebenen Beispiele leicht erkennen können - auch für unser Thema, nämlich für unsere persönlichen Vorstellungen von Glück, Zufriedenheit und die bereits früher angesprochenen metaphysischen Aspekte.

Abschließend möchte ich Ihnen zu unseren bisherigen Ausführungen noch gerne Folgendes sagen:

Unsere Glaubensanschauungen bringen kein Licht in diese Realität. Sie klären für uns nicht die Wirklichkeit, sondern sie vernebeln bloß unsere Wahrnehmung derselben.

Es ist eine natürliche Funktion unseres Geistes, alle von ihm wahrgenommenen sensorischen Daten mit den komplexen Strukturen jener Glaubensanschauungen zu vergleichen, die er als solche bereits akzeptiert hat und welche im individuellen Mindset seit langer Zeit gespeichert und größtenteils unserer bewussten Aufmerksamkeit entzogen sind. Unser Geist filtert und interpretiert rasch all unsere Erfahrungen und akzeptiert jene, welche innerhalb seiner bereits bestehenden Glaubensanschauungen liegen ALS WAHR und weist den Rest ALS FALSCH oder FRAGWÜRDIG zurück. Auf diese Weise verstärkt unser aller Geist (Bewusstsein) immer wieder seine eigenen, bereits akzeptierten Glaubensanschauungen. 

Alle Glaubensanschauungen wirken wie trübe, gekrümmte oder wellenhafte Linsen auf unseren Geist und unser Bewusstsein. Dennoch werden diese Glaubensanschauungen, wie bizarr auch immer deren Bild durch diese Zerrlinsen kommen mag, vom konditionierten Geist akzeptiert und erscheinen uns dann auch als klar und normal.

Es gibt viele Leute da draußen, die stellen ihre Glaubensanschau-ungen ganz offen zur Schau und sind sogar noch stolz auf diese, und sie alle tun so, also ob ihre persönliche Überzeugung irgend ein Wahrheitsbeweis für ihre artifiziellen geistigen Konstrukte wäre. In einem größeren Schema betreffend die Klarheit des Bewusstseins, haben aber subjektive Glaubensanschauungen keinen wie immer gearteten Platz.

Mit anderen abschließenden Worten unser Thema betreffend: So lange Sie (oder ich und alle anderen; lesen Sie dazu nochmals die obgenannten Philosophen und deren 'Weisheiten') noch immer Ihren (unseren) Glaubensanschauungen anhängen, können Sie (wir) diese Realität NICHT klar wahrnehmen, sondern werden auf diese Weise immer nur unser gesamtes Wesen kompromittieren.

Ich denke, damit habe ich meine Position klargestellt und die Sinnlosigkeit unserer Diskussion dargetan. Ich hoffe, dass ich mich mit diesen Ausführungen nicht zu subtil ausgedrückt habe.

Ich grüße Sie herzlichst, Fritz"
 

 

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