Die Renaissance des Archaischen - Teil 7 von 9
von Dr. Friedrich Demolsky

Die weitere Entwicklung von 1957 bis 1964

Der Artiklel ‘The Sacred Mushroom Seeker’ erscheint im Mai 1957 im Life Magazin. Die Fotos stammten von Allen Richardson.

Im Jahr 1957 veroeffentlichte Wasson sein Magawerk Mushrooms, Russia, and History, welches zur gleichen Zeit wie der oben erwaehnte Artikel im Time Magazin erscheinen sollte. Es waren damals bereits 30 Jahre vergangen, seit Wasson seine Frau Valentina kennen gelernt und durch sie sein Interesse an Pilzen entdeckt hatte. Waehrend dieser drei Dekaden beschaeftigten sich die Wassons mit vielen weltweit anzutreffenden Sagen, welche Pilze betreffen, aber das russische Element sollte dabei immer im Mittelpunkt ihres Interesses bleiben. Trotz der enormen Bedeutung des Zusammentreffens mit der Schamanin Maria Sabina, suchte Wasson die Urspruenge des praehistorischen Pilz-Kultes, der nach seiner entheogenen Theorie am Anfang jeder Religion stunde, in Zentralasien. In seinem Werk ‘Soma: The Divine Mushroom’ (Soma: Der goettliche Pilz), erschienen im Jahre 1968, schrieb Wasson im Rueckblick auf seine Reisen nach Mexiko: ‘Die zehnjaehrige Regenzeit von 1953 bis 1962, welche wir in den weit entfernt gelegenen Bergen Mexikos verbracht hatten, waren eine positive Erfahrung, aber diese Zeit war bloss eine Ablenkung von unserer wirklichen Aufgabe in Eurasien’.

Heute scheint festzustehen, dass Wasson weniger daran interessiert gewesen ist, seine Thesis betreffend den entheogenen Ursprung aller Religionen experimentell durch ein tieferes Eindringen in den mexikanischen Schamanismus und dessen rituelle Verwendung des psilocybinhaeltigen Pilzes Teonanacatl (Magic Mushroom) zu erhaerten. Es ging ihm vielmehr um die akademische Anerkennung seiner exzentrischen Annahme, dass der Ursprung der Religion der Fliegenpilz-Kult gewesen sei, der von einer Gemeinschaft in der Neusteinzeit ausging, die im Uralgebirge Eurasiens angesiedelt gewesen war.

Wir werden sehen, dass sich Wassons Fixierung auf den Fliegenpilz (amanita muscaria), welcher nicht zur Art der psilocybinhaeltigen Pilze gehoert, fuer ihn selbst problematisch erweisen sollte.

Teonanacatl

Das Buch Drugs and the Mind (Drogen und das Bewusstsein) von Robert S. de Ropp erscheint im Jahre 1957. De Ropp war ein Biochemiker, der sich dem Gebiete des menschlichen Potentials und der Suche nach Erleuchtung widmete. Er wurde ein unabhaengiger Lehrer bzw eine Art Guru-Figur. Etwa um 1967 etablierte de Ropp eine Gemeinde in Santa Rosa, Kalifornien. Sein Buch ‘Drogen und das Bewusstsein’ war das erste, das die sozialen und spirituellen Wirkungen bewusstseinsveraendernder Substanzen beleuchtete. Er beschrieb darin auch die Wirkungen von Meskalin, Alkohol, Marihuana, Ayahuasca, LSD, Codein, Kaffee, Peyote, Iboga, Haschisch und anderer bewusstseinsveraendernder Drogen. Obwohl dieses Buch jene bewusstseinsveraendernden Substanzen nicht sehr detailliert beleuchtet, brachte es diese in den Interessenskreis einer breiteren Oeffentlichkeit. De Ropp ist noch immer lesenswert, insbesondere wegen seiner nuechternen Betrachtungen der Suchtproblematik und Ataraxia, einem Bewusstseinszustand, in dem geistige Ausgeglichenheit mit optimaler koerperlicher Gesundheit einhergeht.

Am 3.11.1957 stirbt Wilhelm Reich in einem Gefaengnis, in das er von der amerikanischen Regierung aufgrund einer Verurteilung wegen Betruges und unerlaubter Heilbehandlung im Zusammenhang mit der Verwendung des von ihm entwickelten Orgon-Akkumulators gesteckt wurde. Ein Jahr vor seinem Tode wurden viele Exemplare seines Buches durch die FDA (Federal Drug Administration) verbrannt. Bei dieser Buecherverbrennung handelte es sich um einen Gewaltakt, mit dem offensichtlich eine ‘gerechte Strafe’ fuer ‘Haeresie’ und ‘Haeretiker’ oeffentlich demonstriert werden sollte. Die Verbrennung von Buechern ruft dem aufgeklaerten Leser zwangslaeufig jene Schauprozesse in Erinnerung, welche die Inquisition ueber Jahrhunderte gegen Hexen und Schamanen in Europa gefuehrt hatte. 

Das fruehe Christentum verfolgte archaische Religionen, welche auf der sakramentalen Einnahme entheogener Pflanzen und auf dem ungehinderten Zugang zu ekstatischen Zustaenden gruendeten. Der erste grosse Sieg dieser radikalen Auswuechse bestand in der Zerstoerung der Eleusinischen Mysterien gegen Ende des vierten Jahrhunderts. Einige Jahrhunderte spaeter erreichte die Aggression der christlichen Religion ihren Hoehepunkt in der Hexenverfolgung des Mittelalters.

Derart scheinheilige Kampagnen sind auch heute noch in allen ‘pharmakratischen Staaten’ des Westens anzutreffen, wo sie angeblich aus reiner Sorge um die Volksgesundheit als ‘Krieg gegen die Drogen’ gefuehrt werden.

Der Begriff ‘pharmazeutische Inquisition’ stammt aus Jonathan Otts Buch 'Ayahuasca Analogien', welches im Jahre 1994, dh an der Wende von der zweiten zur dritten Generation der Proponenten der entheogenen Revolution, erschienen ist.

Ott schreibt darin: “Moege sich die Entheogene Reformation gegenueber der pharmakratischen Inquisition durchsetzen, was zu einer spirituellen Wiedergeburt der Menschheit fuehren wuerde, welche sich dann an den Bruesten unserer Mutter Gaia naehrt, aus denen Amrita und Ambrosia fliessen, das Ayahuasca des ewigen Leben”.

Im Jahre 1957 erscheint "Contact with Space" ('Kontakt mit dem Weltraum'). Diese letzte Veroeffentlichung von Wilhelm Reich beschreibt seine Studien auf dem Gebiete der UFOs, welche er auf seinem privaten Anwesen in Rangely, Maine betrieb. Peter Robbins Film ‘Orgone Energy, Wilhelm Reich und die UFOs’ wurde als ein Update Reichs revolutionaeren Werkes im Rahmen des 15. Internationalen UFO-Kongresses im Jahre 2006 gezeigt.

Im Jahre 1958 veroeffentlichte Carl Gustav Jung im Alter von 83 Jahren ein Buch ueber die UFOs mit dem Titel “Flying Saucers: A Modern Myth of Things Seen in the Skies” (‘Fliegende Untertassen: Ein moderner Mythos von Dingen, die man in den Himmeln sehen kann').

Jungs Betrachtungen werden spaeter von einem Psychonauten zitiert, welcher der zweiten Generation der Proponenten der entheogenen Revolution zuzuordnen ist: Terence McKenna. Dieser erachtet Reichs Ueberlegungen zum UFO-Thema als ‘essentiell fuer eine ganzheitliche und planetarische Betrachtung des Ueberlebens der Menschheit’.

Die CIA und kooperierende Organisationen kauften im Jahre 1959 woechentlich eine Million Dosen LSD von Sandoz und legten diese ungeheuren Mengen auf Lager.

Ein Jahr spaeter, im Jahre 1960, erklaerte der erste Direktor der CIA, Admiral Hillenkoetter, vor einem Kommittee des Kongresses, dass ‘die Oeffentlichkeit ein Recht darauf haette’, ueber das UFO-Phaenomen aufgeklaert zu werden. Aber der Schleier des Geheimnisvollen wurde darauf hin noch undurchsichtiger, und Verschleierungs-taktiken wurden in der darauf folgenden

Roscoi Hillenkoetter

Dekade sogar noch verbessert und verfeinert. Einige Theoretiker glauben sogar, dass die geheimen Experimente mit psychoaktiven Drogen seitens der amerikanische Regierung an der Oeffentlichkeit getestet, und diese Tests in einigen Faellen durch UFO-Aengste und UFO-Schwindeleien getarnt worden waeren.

Diese Annahme stimmt mit den Betrachtungen von Jacques Vallee ueberein, der mit seinen Studien des UFO-Phaenomens in den Sechzigerjahren begann.

Vallee betrachtete das UFO-Phaenomen losgeloest von seiner tatsaechlichen Natur und seines Ursprungs als ein ‘spirituelles Kontrollsystem’, welches psychologisch all jene zum Guten oder zum Schlechten manipulieren wuerde, die darin involviert seien.

Diese Perspektive kommt nahe an die gnostische Theorie einer Invasion duch Ausserirdische heran, das heisst an die Theorie ueber die Herkunft und Verhaltensweise einer nicht-menschlichen Art, welche in der gnostischen Literatur ‘Archons’ genannt werden. Falls es tatsaechlich eine Wahrheit in dieser Theorie geben sollte, dann wuerden Untersuchungen jener Visionen, welche durch psychoaktive Pflanzen hervorgerufen werden, wahrscheinlich den besten Weg darstellen, um das Raetsel der Ausserirdischen zu loesen.

Das Projekt der MK-ULTRA, welches sich der Erforschung bewusstseinsveraendernder Substanzen zum Zwecke kontrolliert gesteuerter Verhaltensaenderungen bzw zur Schaffung von ‘Mandschurischen Kandidaten’ widmete, wurde ab 1960 immer weniger verfolgt. Der Grund dafuer bestand darin, dass die diesbezueglich vorgenommenen Experimente mit LSD nicht erfolgreich waren, da sich die exakten Wirkungen dieser Droge als nicht vorhersehbar heraus stellten und LSD eine Tendenz aufwies, feindselige und aggressive Gefuehle bei Probanden hervorzurufen.

Einer der Psychiater, die von MK-ULTRA finanziert wurden, war Dr. H. Abramson. Dieser war der Auffassung, dass die Hauptwirkung des LSD eine “lustvolle Stoerung der Ego-Funktion” hervorrufe, was diese synthetische Droge untauglich fuer die Schaffung eines menschlichen Werkzeuges bzw einer menschlichen Kampfmaschine wie den 'Mandschurischen Kandidaten' machte. Das Pseudonym 'Mandschurischer Kandidat' steht fuer Menschen, die massiven Gehirnwaeschen und mentalen Programmierungen unter Einfluss von Drogen unterzogen werden, um sie spaeter bei Bedarf - auf 'Knopfdruck' sozusagen - fuer militaerische oder geheimdienstliche Operationen einzusetzen.

Die Figur des 'Mandschurischen Kandidaten' erinnert stark an die sog. 'Schlaefer' der heute global anzutreffenden Terrorszene. Islamische Fundis in Pakistan und auf den Phillippinen haben Terroristen in ihren Camps ausgebildet und diese anschliessend nach Europa und Amerika gesandt. Dort warten sie dann als 'Schlaefer' bis sie den Befehl fuer ihren Terror-Einsatz erhalten, den sie mit Freude ausfuehren, selbst wenn dies ihren eigenen Tod bedeutet. 

In seinem letzten Roman Island (Insel), beschrieb der Psychonaut der ersten Generation Aldous Huxley im Jahr 1962 eine utopische Gesellschaft in Ozeanien, in der ein ‘heiliger Pflanzenextrakt’ als Mittel dient, um Erleuchtung oder Moksha zu erlangen. Seine dreissigjaehrige spirituelle Reise, die mit dem Erscheinen des Romans ‘Schoene neue Welt’ begonnen hatte, und sein tiefes Eindringen in die asiatische Philosophie inspirierten Huxley zu einer neuen Vision, zur Vision einer kriegerischen, buddhistischen Gesellschaft, in der Moksha Medizin (psychedelisch wirkende Substanzen) und tantrischer Sex zum Alltag gehoerten. Huxleys Genius erkannte beide Extreme des menschlichen Potenzials – Versklavung und Befreiung. 

Das Buch ‘The Joyous Cosmology’ von Alan Watts erschien im Jahr 1962. Dieses Werk ist vielleicht das Beste, was je ueber einen visionaeren Trancezustand geschrieben wurde, welcher durch synthetische Psychedelika induziert wird.

Watts laesst bei seinen Beschreibungen immer wieder transzendente Weisheiten in den Text einfliessen. Hier sind einige Beispiele:

'Das bewusste Ego weiss nichts darueber, dass es genau das ist, was das goettliche Organ des menschlichen Koerpers stets vorgibt zu sein'.

”Es gibt einfach kein Problem des Lebens: dieses ist zur Gaenze ein zweckloses Spiel – eine Ueberschwaenglichkeit, welche ihr eigenes Ende darstellt”.

“Wir haben den Kontakt mit unserer urspruenglichen Identitaet verloren, welche nicht ein System von Bildern ist, sondern eine grosse, selbstbewegende Geste dieses noch nicht der Erinnerung angehoerenden Augenblicks”.

Im November 1963 kam es zu drei aufeinander folgenden Ereignissen, wobei zwei am selben Tage eintraten:

1. Timothy Leary und Richard Alpert wurden von Harvard Universitaet entlassen, nachdem sich Eltern von Studenten beschwert hatten, dass letztere in Learys und Alperts Experimente mit LSD involviert worden waren. Die beiden Psychonauten gingen anschliessend nach New York, wo sie eine grosse Wohnung in Millbrook bezogen und das Castilla Institut gruendeten, um ihre Forschungen betreffend bewusstseinsveraendernde Drogen fortzusetzen.

2. Im selben Monat wurde die Wohnung in Millbrook von Agenten des FBI unter Fuehrung von G. Gordon Liddy durchsucht. Liddy war ein Krimineller, der spaeter wegen eines Einbruchs im Verlauf des Watergate-Skandals verurteilt und inhaftiert wurde.   

3. Am 23 November 1963 wurde John F. Kennedy in Dallas ermordet. Am selben Tag starb der fuehrende Psychonaut und Protagonist der entheongenen Revolution, Aldous Huxley. Huxleys Frau, Laura Archer, assistierte ihrem Gatten auf seiner letzten Reise mit einer Dosis LSD, die sie ihm mittels Injektion verabreichte.

In der Schrift Flashbacks behauptete Timothy Leary, dass er an jenem Tage, an dem John F. Kennedy ermordet worden war, einen Anruf von Mary Pichot Meyer erhielt, welche ueber zwei Jahre hindurch die Geliebte des ermordeten Praesidenten gewesen war. Leary erklaerte, dass ihm diese Folgendes mitgeteilt haette: ‘Sie konnten ihn (John F. Kennedy) nicht mehr laenger kontrollieren. Er hatte zu viel erfahren… Sie werden alles vertuschen. Ich muss Sie treffen. Ich fuerchte mich. Ich habe Angst”.

Es ist bekannt, dass John F. Kennedy LSD ausprobiert hatte. Wenn man seine Ansprache gegen Geheimgesellschaften heute anhoert, worin er auch auf das Risiko hinweist, dass sich eine Regierung gegen ihre eigene Bevoelkerung wenden koennte, und dann auf die Notwendigkeit verweist, dass die Regierung transparent arbeiten und fuer ihre Irrtuemer die volle Verantwortung uebernehmen muesste, dann ruft uns das unwillkuerlich die Zeit nach dem Anschlag auf das World Trade Center im Jahr 2001 in Erinnerung. Eine derartige Rede koennte sehr wohl der bedeutendste Grund fuer die Liquidierung dieses amerikanischen Praesidenten gewesen sein. Vergessen wir nicht, dass auch einige Wochen nach dem Anschlag auf das WTC eine schwer faschistoide Gesetzgebung durch die Bush-Administration geschaffen wurde. Mit dieser wurden nicht nur die verfassungsrechtlich garantierten Grundfreiheiten des amerikanischen Buergers massiv eingeschraenkt, sondern es wurde damit auch eine neue Super-Behoerde geschaffen und mit Ermaechtigungen ausgestattet, gegen die eigenen Landsleute bei blossem Terrorverdacht in einer menschenverachtenden Weise vorzugehen: die Homeland Security Authority

Ein knappes Jahr nach Kennedys Ermordung, wurde dessen Geliebte, Mary Pinchot Meyer, im Oktober 1964 auf offener Strasse erschossen. Dieser Mord wies alle Merkmale eines professionell begangenen Verbrechens auf.

Im Jahr 1964 erschien auch das Buch ‘The Psychedelic Experience: A Manual Based on the Tibetan Book of the Dead’ (Die psychedelische Erfahrung: Eine Anleitung, die auf dem Tibetanischen Totenbuch gruendet).

Dieses Werk ist eine Gemeinschaftsarbeit von Richard Alpert, Timothy Leary und Ralph Metzner. Im letzten Jahr der ersten Generation Protagonisten der entheogenen Revolution arbeiteten diese drei Maenner eng zusammen, um das Tibetanische Totenbuch, den ‘Bardo Thoedol’ von Lama Gowinda Dawa Sandup, als eine Art Gebrauchsanleitung bei gefuehrten LSD-Trips zu nutzen.

Dieses Gemeinschaftswerk ist auch heute noch ein Klassiker der einschlaegigen Szene. Es ersetzt die Stadien des Ego-Todes, die typischerweise bei einem LSD-Trip auftreten, durch jene Stadien des physischen Todes und der Nachtod-Visionen, die im Tibetanischen Totenbuch in der Absicht geschrieben wurden, damit der Lama sie dem Sterbenden und Verstorbenen vorlese, um ihn dadurch vom Samasara - der Wiedergeburt - zu befreien.

Anstatt der Verfolgung des Prozesses der zunehmenden Aufloesung des Koerperlichen und der Losloesung des Bewusstseins von der Materie - wie im Tibetanischen Totenbuch beschrieben -, versteht sich ‘Die pychedelische Erfahrung’ als eine Art Gebrauchsanleitung bzw als Fuehrer durch die aufeinander folgenden Stadien der Depersonalisation und des Verlustes der Identitaet bis hin zur voelligen Ausloeschung des Egos. Diese Zustaende treten unter Einwirkung von LSD typischerweise auf. ‘Die psychedelische Erfahrung’ enthaelt auch Verhaltensanleitungen fuer das Stadium des Trips nach der Ego-Aufloesung.

Die in diesem Buch erteilten Instruktionen fuehren den Leser durch das auf den Ego-Tod folgende Stadium des Aufdaemmern des Klaren Lichtes und – nachdem die urspruengliche Realitaet geschwunden ist – durch die halluzinatorischen Zwischenzustaende (Bardos) des Auftdaemmerns der sog. friedllichen und bluttrinkenden Gottenheiten, wie sie im Tibetanischen Todenbuch, auch Bardo Toedol genannt (Uebersetzt: Zwischenzustand – Hoerbefreiung), beschrieben sind.

Im selben Jahr (1964) fuhren Ken Kesey und die Merry Pranksters kreuz und quer durch die USA. Sie fuhren in einem Bus mit der Zielankuendigung ‘Weiter’ von Kalifornien nach New York. In den Sechzigerjahren hat sich Kesey als Proband fuer ein medizinisches Forschungsprogamm zur Verfuegung gestellt, das vom CIA finanziert wurde.

In der Abteilung fuer Geisteskranke im Stanford Hospital wurde ihm LSD verabreicht.

Ken Kesey & Merry Pranksters

Auf diesem Trip hatte er Halluzinationen eines primitiven Gesichtes, welches sich spaeter in jenes von Chief Broom verwandeln sollte. Chief Broom ist ein Charakter in Keseys Roman ‘Einer flog ueber das Kuckuckucksnest’, welchen er bereits 1962 geschrieben hatte.

Jene Version des gleichnamigen Filmes, die im Jahre 1975 uraufgefuehrt wurde und Jack Nicholson den Oskar fuer den besten Schauspieler einbrachte, trug ganz erheblich zur populaeren Desinformation betreffend LSD bei. Der Film, ‘Einer folg ueber das Kuckucksnest’ portraetiert alle Psychonauten als ruecksichtslose Clowns und als Ausbrecher aus dem Irrenhaus.

Als die Pranksters in Millbrook eintrafen, war Timothy Leary etwas enttaeuscht ueber das Spektakel, das sie veranstalteten, aber dennoch unterhielten er und Kesey eine lebenslange Freundschaft. Die Pranksters brachten LSD in die amerikanische Szene und feierten diese Droge als soziales Sakrament, welches die Jugend und Studenten der Hippie-Generation zu Anarchie und zu den Ausschweifungen waehrend der Sechzigerjahre inspiriert hat.

Diese Serie wird fortgesetzt! 

 

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