Schamanismus & Quanten Physik – Teil 2 von 3
von Dr. Friedrich Demolsky

Schamanische Cookies und die Absolute Wahrheit

“Wie erscheint uns die Existenz der Dinge in dieser Welt?”, fragt der Seminarleiter eine Gruppe von Wahrheitssuchern, die zu ihm nach Bali gekommen sind. Dabei haelt er einen haluzinotropen 'schamanischen Keks’ in die Hoehe, den er auch fuer Dich gebacken hat.

“Das ist ein Keks”, faehrt er fort, “der uns allen so erscheint, als ob er ein wirklich existierender Keks waere. Jedermann, der meine Worte vernimmt, sollte in der Lage sein, dieses Ding als einen Keks zu indentifizieren, weil es da etwas “Kekshaftes” in diesem Ding gibt. Es gibt da etwas, das es zu einem Keks macht und zu sonst gar nichts. Dieser Keks existiert im Hier und Jetzt, unabhaengig von Eurem Geist und Verstand. Dieses Ding war bereits hier, bevor ich zu sprechen begonnen habe, wie Ihr alle gesehen habt”.  

Der Seminarleiter macht einen tiefen Atemzug und faehrt fort…

“Dabei handelt es sich darum wie uns ein Keks erscheint. Ja, er ist da, unabhaengig von seinen Teilen, unabhaengig von unserem Verstand und unabhaengig von jeder Konzeptualisierung oder Bezeichnung, die wir von diesem Ding haben moegen. Wenn dieser Keks tatsaechlich in der Weise existiert, dann sollten wir auch bei unserer Analyse fuendig werden, was ein Keks seinem Wesen nach IST. Lasst uns das nun gemeinsam versuchen.”

Der Seminarleiter bricht den Keks in zwei Haelften und haelt die eine nach oben.

“Ist das ein Keks?”

Die Wahrheitssuchenden antworten im Chor: “Ja.”

Der Seminarleiter haelt nun die andere Haelfte in die Hoehe.

“Ist das ein Keks?”

Wieder ertoent ein “Ja” aus dem Kreise der Wahrheitssuchenden.

“Dann gibt es hier offenbar auf einmal zwei Kekse, obwohl wir vorher bloss einen hatten! Das ist wohl der einfachste Weg Kekse zu machen, den ich kennen lernen durfte!”, sagt Seminarleiter waehrend er der Gruppe zulaechelt.

Er haelt nun einen ungebrochenen Keks in die Hoehe und faehrt fort:

“Ihr wuerdet also fuer diesen Keks zweimal soviel bezahlen wie fuer eine Haelfte jenes Kekses, die ich Euch vorher gezeigt habe? Seid mir nicht boese, Leute, aber dann waeret Ihr alle wohl sehr einfaeltige Konsumenten!”

An diesem Punkt sendet der Seminarleiter ein Laecheln an die Wahrheitssucher…

“Wenn das tatsaechlich zwei Kekse sind, wieviele Kekse haben wir denn nun?”

Der Seminarleiter zerbroeselt nun beide Stuecke…

“Was ist denn das?”

“Broesel”, “Unordnung”, “Chaos”, erwidern die Wahrheitssuchenden.

Die Augen des Seminarleiters weiten sich…

“Wie? Da ist auf einmal kein Keks mehr? Was geschah denn mit unserem wirklichen Keks, den wir zuvor gesehen haben? Wenn diesem tatsaechlich eine Qualitaet von etwas “Kekshaftem” eigen war, das heisst, wenn dieser tatsaechlich eine bestimmte Eigenschaft aufgewiesen haette, die ihn zu einem wirklichen Keks werden liess, wo ist denn diese Eigenschaft in diesem Augenblick? Wir haben die selben Atome und Molekuele vor uns als zuvor, aber nun nennt Ihr das ‘Broesel’ und nicht mehr ‘Keks’”.

Unter den Wahrheitssuchern macht sich eine erkennbare Verwirrung und Stille breit…

Der Seminarleiter unterbricht die erdrueckende Stille...

“Wenn da zuvor wirklich ein Keks vorhanden gewesen waere, dann sollten wir imstande sein, diesen Keks, entweder innerhalb seiner Teile, oder ausserhalb derselben zu finden. Aber wir finden diesen zuvor vorhandenen Keks WEDER innerhalb seiner Teile, NOCH anderswo. Das bedeutet, dass es von Anfang an KEINEN wirklichen Keks gegeben hat.”

Ploetzlich ruft einer der Wahrheitssuchenden: “Der Keks ist eine Ansammlung von Atomen und Molekuelen. Er ist alle seine Teile zusammengnommen.”

Der Seminarleiter hoert ihm zu, besteht aber dann auf seiner Perspektive:

“Eine Ansammlung ist doch bloss eine Menge von Teilen, mein Freund. Wenn keiner dieser Teile aus sich selbst heraus ein Keks ist, wie koennten dann viele Teile zusammengenommen ein unabhaengig existierender Keks sein, dem eine Qualitaet von etwas Kekshaftem eigen ist? Nehmen wir als Beispiel an, dass Du viele Nicht-Schmetterlinge sammelst. Nehmen wir an, Du wuerdest das mit Grashuepfern tun. Wuerden diese etwa in ihrer Gesamtheit einen Schmetterling hervor bringen? Wie kann eine Ansammlung von Nicht-Keksen – das ist in unserem Falle die Ansammlung von Broesel – einen wirklichen Keks darstellen?”

Ratlosigkeit und neuerliche Stille breitet sich unter den Wahrheitssuchern aus...

“War da vielleicht urspruenglich ueberhaupt kein Keks vorhanden?”, fragt der Seminarleiter.

Die Verwirrung und Stille erreicht nun einen Hoehepunkt…

“OK. Was esse ich?” fragt der Seminarleiter waehrend er sich ein Stueck Keks in den Mund schiebt.

Jemand aus dem Kreise der Wahrheitssucher unterbricht die Stille und bittet um eine Erklaerung zur Aufloesung der allgemeinen Verwirrung.

“Nun, es ist ein Keks”, antwortet der Seminarleiter auf seine eigene Frage und kehrt damit zum Ausgangspunkt zurueck.

“Hoert mir zu, Ihr Wahrheitssuchende”, faehrt er fort, “was wir tatsaechlich suchen, ist ein Keks, der aus sich selbst heraus besteht, ein Keks, der unabhaengig von seinen Teilen und unabhaengig von Eurem Verstand und dessen Konzepten und Begriffen existiert. Dieser unabhaengig und real existierende Keks kann aber nicht gefunden werden, weil…, weil er NICHT exisitiert. Aber es gibt dennoch Kekse, die eine bedingte, dh eine abhaengige Existenz haben. Das sind jene ‘schamanisch-kosmischen und haluzinotropen Cookies’, die ich fuer Euch gebacken habe. Davon esse ich gerade einen”.

Die Gesichter der Wahrheitssuchenden verraten dem Seminarleiter, dass das Gesagte nun etwas mehr Sinn zu machen beginnt…

Der Seminarleiter faehrt fort…

“Auf welche Weise existiert ein Keks? Nun - wie Ihr wisst -, werden dabei Atome und Molekuele auf eine Weise zusammen gefuegt, so dass daraus ein bestimmtes ‘Muster’ entsteht. Unser Auge blickt darauf und unser Verstand nimmt dieses ‘Muster’ als ein Ding wahr und gibt diesem den Namen ‘Keks’. Dieses Ding wird deshalb zu einem Keks, weil wir alle es auf eine aehnliche Weise wahrnehmen und vor langer Zeit – aufgrund des Zwanges der Konvention - dahin uebereingekommen sind, dieses Ding mit dem Namen ‘Keks’ zu bezeichnen.

Aber dieser Keks existiert nur in einer abhaengigen oder bedingten Weise, denn seine Existenz haengt von Ursachen und Bedingungen ab: von Mehl und Wasser, von mir als seinem Baecker, von Euch und Eurem Verstand, der ihn als Ding wahrnimmt, wiedererkennt und ihm die Bezeichnung ‘Keks’ verleiht. Ausser diesem, in Abhaengikeit existierenden Keks, gibt es keinen anderen Keks. Aber diesem bedingten Ding, das wir ‘Keks’ nennen, mangelt es an einer inhaerenten Substanz, an einer unabhaengigen Qualitaet, deren Wesen das ‘Kekshafte’ ist. Ja, der Keks existiert, aber nicht in der Art und Weise, als er zu exisitieren scheint. Er scheint unabhaengig von anderem da zu sein, obwohl das tatsaechlich nicht der Fall ist”.

Bevor Du den dritten Teil dieser Serie liest, solltest Du Dich daran erinnern, dass diese ‘schamanisch-kosmischen Cookies’ auch fuer Dich gebacken wurden, weil Du Dich nach der Absoluten Wahrheit sehnst. Im dritten Teil werde ich ohne Zuhilfenahme ‘kosmischer Cookies’ meine persoenliche Perspektive zum Problem der Wahrheit praesentieren.
 

Schamanismus & Quanten Physik – Teil 3 >>>

Dieser Artikel ist auch im Shaman Magazine der Internationalen Akademie fuer Schamanismus veroeffentlicht.

 

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