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Veränderte Geisteszustände - Teil 2 von 5
von Dr. Friedrich Demolsky

Veränderte Bewusstseinszustände im Vergleich

Im Westen neigt man auch heute noch dazu, Schamanen als gesellschaftlich sanktionierte Psychotiker abzustempeln. Es sind Hysteriker oder Schizophrene, die es verstünden, ihren Wahnsinn auf sozial akzeptable Weise auszuleben.

Honorige Repräsentanten der Wissenschaft, sehen Schamanen auch heute noch als Geisteskranke, denen man aus rein 'humanistischen Erwägungen' mit therapeutischen Maßnahmen, mit Beruhigungsmitteln oder mit Elektroschock zu Hilfe kommen muss, um sie der 'Wirklichkeit' anzupassen. Tja, und die reaktionäre Kirche gießt noch Öl in dieses 'Fegefeuer', indem sie Schamanen in Ost und West als Teufelsanbeter oder Schwarzmagier brandmarkt.

Lies dazu den Artikel:  'Black Magic Hysterie in Papua Neu Guinea' >>>

Jene Wissenschaftler, die schamanische und schizophrene Bewusstseinszustände gleichsetzen, gehen irrtümlich davon aus, dass es nur einen einzigen 'schamanischen' und einen einzigen 'schizophrenen' Bewusstseinszustand gibt.

Demgegenüber ist aber erwiesen, dass eine Vielzahl veränderter Bewusstseinszustände existiert.

Der schamanische Bewusstseinszustand darf auch nicht mit jenen veränderten Geisteszuständen gleichgesetzt werden, die der Yogi oder der Meditierende erlebt. Eliade, ein sachkundiger Kenner des Schamanismus und des Yoga, klärt uns in seinem Buch Yoga: Unsterblichkeit und Freiheit unmissverständlich auf:

"Yoga darf auf keinen Fall mit dem Schamanismus verwechselt oder in die Ekstasetechniken eingereiht werden: das Ziel des klassischen Yoga bleibt die vollkommene Autonomie, die Entase, wahrend die Definition des Schamanismus in seinem verzweifelten Bemühen um die 'Verfassung eines Geistes', um den 'ekstatischen Flug' liegt".

ROGER N. WALSH hat in seinem Buch 'Der Geist des Schamanismus' den schamanischen Bewusstseinszustand während der Reise¹) mit dem Geisteszustand des Schizophrenen während einer Episode²) sowie mit den höheren Bewusstseinszuständen verglichen, die während der buddhistischen Vipassana-Meditation³) und des Yoga nach Pantanjali³) auftauchen (können). Ich habe die nachstehende, äußerst aufschlussreiche Kartografie seinem Buch entnommen und empfehle Dir, diese eingehend zu studieren.

Kartografie veränderter Bewusstseinszustände
in Schamanismus, Schizophrenie, Meditation und Yoga

Parameter Schamanismus¹) Schizophrenie²) Meditation³) Yoga³)
Kontrolle – Fähigkeit, nach Belieben in den Zustand ein- und auszusteigen Ja, gute Kontrolle Äußerst reduzierte Kontrolle; Unfähigkeit den Prozess zu stoppen oder das Erleben zu steuern Ja Ja
Kontrolle – Fähigkeit, den Inhalt des Erlebens zu steuern Teilweise Kontrolle Nicht gegeben Teilweise Extreme Kontrolle bei manchen Samadhis
Wahrnehmung des Umfeldes Abgeschwächt Wahrnehmung oft abgeschwächt oder verzerrt Verstärkt Strak verringerte Sinnes- und Körperwahr-nehmungen
Kommunikations-vermögen Manchmal vorhanden Verringert; Kommunikation meist verzerrt Meist vorhanden Nicht vorhanden
Konzentration Verstärkt Sehr verringert Verstärkt fließend Sehr verstärkt; fixiert
Mentale Energie/Erregung Verstärkt Verstärkt; teilweise extreme Agitation Meist verringert Stark verringert
Ruhe Verringert Verringert Meist verstärkt Extrem verstärkt; tiefer Frieden
Emotion + oder -; positiv oder negativ - -; meist sehr negativ; oft verzerrt und unangemessen + oder -; positiv oder negativ; bei Übung verstärkte Tendenz zum Positiven + +; hoch-
positiv; unaussprech-
liche Seligkeit
Identität/Selbst-
gefühl
Abgehobenes Selbstgefühl, kann nicht-physische ‚Seele’ sein Desintegration; Verschwimmen der Ich-Grenzen; Unfähigkeit sich selbst von anderen zu unterscheiden Selbstgefühl zerlegt sich in etwas Wandelbar-Fließendes: „Nicht-Selbst“ Transzendentes, sich veränderndes Selbst (purusha)
Außerkörperliche
Erfahrungen
Ja, kontrollierte Ekstase Selten; unkontrolliert Nein Nein, Verlust des Körper-
Bewusstseins (Ekstase)
Inhalt der Erlebnisse Organisierte, kohärente Abfolge von Bildern, bestimmt von der schamanischen Kosmologie und dem Zweck der Reise Oft desorganisiert und bruchstückhaft Zerlegung komplexer Erfahrungen in ihre konstitutiven Reize; die Reize werden weiter zerlegt zu einem kontinuierlichen Fluss einzelnes Objekt (‚Samadhi mit Unterstützung’) oder reines Bewusstsein (‚Samadhi ohne Unterstützung)

Aus der vergleichenden Zusammenschau der hier untersuchten Bewusstseinszustände ergibt sich unzweifelhaft, dass es sich dabei um ganz unterschiedliche Phänomene handelt.

Die Bewusstseinsveränderungen, die im Schamanismus, bei Schizophrenie, Yoga und Meditation auftreten, sind demnach durch erhebliche Unterschiedlichkeiten gekennzeichnet. Eine Gleichsetzung der hier behandelten veränderten Bewusstseinszustände zeugt entweder von Ignoranz, oder sie basiert auf Erwägungen, die darauf abstellen, die eigene wissenschaftliche oder theologische Autorität und Monopolstellung zu schützen.

Wie dem auch sei, ich habe es für erforderlich erachtet, mit dieser völlig unfundierten, diskriminierenden Mär aufzuräumen. Aus diesem Grunde habe ich diese Artikelserie geschrieben.
 

Veränderte Geisteszustände - Teil 3 >>>

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